Freitag, 27. Mai 2011

Das Orgatierchen

Ich muss mir hier nun mal eine Runde selbst auf die Schulter klopfen. Ich bin nämlich tatsächlich eine Heldin, die wohl bald in die Geschichtsbücher eingehen wird. Aber keine Bange auch in Zeiten des Ruhmes und des Reichtums werde ich meinen kleinen Blog hier natürlich nicht vergessen. Und auch nicht meine lieben Leser, deren Anzahl ständig wächst, was mich sehr glücklich macht!

Aber nun zum Grund meiner Selbstbeweihräucherung. Unser Geldhahnmann von der Bank sagte gestern er hätte es in seiner langen langen Arbeitszeit  noch nie erlebt, dass jemand so schnell den Bürokratiekram hinter sich gelassen hätte, wie wir es getan haben. Und das liegt daran, dass ich so ein gutes Orgatierchen bin. Ich habe nämlich alle Beteiligten genervt mit Fragen wie: "Sagen Sie mal, wenn ich das selbst abholen komme, zum Bürgermeister fahre und es wieder herbringe dauert es doch sicherlich keine zwei bis vier Wochen, oder?" oder "Meinen Sie, wenn man dort anruft und ganz lieb fragt bekommen die das schneller hin???" "Soll ich für Sie anrufen und fragen, ob Sie Ihre Sache vorziehen können, Frau maedchen?" "Ja, bitte!"











Erstaunlicherweise hat das alles funktioniert und nach nur sieben Tagen hatten wir alles beisammen. So können wir, wenn wir Glück haben nächsten Mittwoch die Schlüsselübergabe zelebrieren und am Donnerstag, welcher ja ein Feiertag ist, schon mit den Arbeiten beginnen.


Und dann werde ich die nächsten Monate jeden Abend nach der Arbeit und jedes Wochenende mit der Renovierung unseres Schätzchens verbringen, denn möglich ist diese ganze Geschichte nur, wenn wir sehr sehr viel in Eigenleistung machen. Das ist eigentlich genau das, was ich immer wollte und ich freu mich schon tierisch darauf. Auf der anderen Seite kenne ich mich so gut, dass ich weiß, dass das für mich und vor allem meinen schwächlichen Körper eine harte Zeit werden wird. Ich neige bei Stress leider dazu das Essen zu vergessen, dafür ist mein Körper mir meist nicht wirklich dankbar und antwortet mit Schlaflosigkeit und anderen netten Dingen. Schon in den zwei Wochen, in denen es darum ging zu planen, zu kalkulieren und so weiter, habe ich kaum Schlaf finden können und hatte alle Gebrechen, die man sich nur vorstellen kann. Reizmagen war die Diagnose meines Arztes vor geraumer Zeit und er hat dann damit auch eine "Behandlung" oder weitere Ursachenforschung abgeschlossen.


Ich drifte total ab. Wir haben ein Haus und bald geht es los und ich freu mich unglaublich. Das wird jetzt wieder ein neuer Lebensabschnitt und ich bin überglücklich ihn mit diesem wundervollen Wesen an meiner Seite beschreiten zu dürfen! Ich kann mein Glück kaum glauben, geschweige denn in Worte fassen!


Freitag, 20. Mai 2011

Wir habens getan...

der Schriftkram ist erledigt. Danke für eure lieben Wünsche ich habe es überstanden.

Da es aber bis zur Übergabe noch ein paar Wochen dauern kann, ist es für mich irgendwie immer noch unecht. Ich freue mich zwar sehr, aber kann das alles einfach noch nicht greifen. Außerdem kommt da auch noch viel auf uns zu. Deswegen heißt es nun schon wieder Daumen drücken, dass es bis zur Übergabe nicht mehr allzu lange dauert und wir unser Baby bald endlich in die viel zu kleinen Arme schließen können.



Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen gestern abend noch kurz an dem Haus vorbei zu fahren und ein paar alberne Schnappschüsse zu machen!

Mittwoch, 18. Mai 2011

Morgen...

...um diese Zeit haben wir unseren Kaufvertrag unterschrieben. Dann gibt es nurnoch Formalitäten zu klären und wir bekommen auch unsere Schlüssel.

Und da meine Woche ansonsten genauso bescheiden ist, wie gefühlt von nahezu jedem dessen Blog ich lese, wünsche ich euch allen Durchhaltevermögen und dass alles besser wird und gehe schlafen. Gute Nacht!

Sonntag, 1. Mai 2011

Das Eigenheim

Innerhalb der letzten Woche ist so viel passiert. Deswegen habe ich auch nicht so oft posten können. Nun bekommt ihr mal ein Update. 

Ich bin mit meinem Freund seit bald viereinhalb Jahren zusammen und seit mehr oder weniger genau dieser Zeit wohnen wir auch zusammen in einer Wohnung. In einer größeren Stadt an einer Hauptverkehrsstraße in einer wirklich schönen Altbauwohnung ohne Balkon oder Garten. Wir haben 83 Quadratmeter und schon lange eigentlich zu wenig Raum. Zu wenig Raum etwas zu verändern, etwas zu gestalten und auch zu wenig Raum für all die Dinge, die man gerne anhäufen möchte. 

Für uns steht schon lange fest, dass wir so bald wie möglich etwas Eigenes haben möchten. Größer und mit Garten und nicht mitten in der Stadt. Für Studium und so war es ganz nett in der Stadt, aber mittlerweile bin ich von partisierenden Menschen, die nachts um fünf vor dem Fenster rumschreien oder Nachbarn, die ständig ihre Wohnungen abfackeln echt angenervt.

Natürlich würde jeder sofort denken, als Architektin müsse man unbedingt neu bauen. Das würde mir auch sicherlich viel Freude bereiten, aber es sprechen für mich zu viele Gründe dagegen. Ein ganz wichtiger ist natürlich Geld, ein Neubau mit Grundstückskauf ist sehr viel teurer als ein Altbau inklusive Renovierung. Und ich bin außerdem auch Stadtplanerin und finde es sehr traurig, dass die Ortskerne der meisten Gemeinden komplett leer stehen und dafür ausgesprochen hässliche Neubaugebiete am Rande der Dörfer aufgebaut werden. Womit wir beim letzten Punkt wären: die Neubaugebiete sind meist so unschön. Ein Fertighaus am nächsten mit ortsuntypischen Gestaltungselementen. Darüber könnte ich mich nun stundenlang auslassen, aber ich lasse es lieber.

Deswegen haben wir, nachdem wir beide endlich eine Festanstellung hatten, begonnen nach Häusern zu schauen. Da mein Freund auch ein kreativer Mensch ist und dazu noch handwerklich begabt, hatten wir beide so unsere Vostellungen, was das Haus so alles können soll. 50er Jahre Häuser haben meist eine gute Grundsubstanz, groß solle es sein, einen Garten haben, freistehen, nicht verwinkelt sein und so weiter. Die erste Besichtigung, die wir machten war eine herbe Enttäuschung und danach fanden wir kaum noch etwas, was überhaupt gelohnt hätte anzuschauen.

Am Osterwochenende dann haben wir uns montags zwei, drei Häuser von außen angeschaut. Eines davon hat es meinem Freund sofort angetan. Ich war noch skeptisch. Aber es hatte schonmal einen großen Garten und noch eine große Scheune auf dem Grundstück, sehr charmant. Nach einem Telefonat mit der Maklerin, war ich aus verschiedenen Gründen noch keptischer, aber wir haben uns trotz allem einen Besichtigungstermin geben lassen. Der war dann Mittwoch abend und wir waren beide begeistert: Drei ausgebaute Geschosse mit 145 Quadratmetern Wohnfläche, Dach top in Schuss, Baujahr 1949 und eine super Raumaufteilung. Eine Heizung gab es in dem Haus noch nie, es wurde immer mit Holzöfen geheizt. Somit gibt es in jedem Raum einen Anschluss an den Kamin, was es uns ermöglicht später jeder Zeit auch mit Öfen zu heizen. Eine neue Heizung käme natürlich auch rein.


































 


Generell gibt es einiges zu tun dort. Heizung, Elektro, Wasser, neue Bäder, Dämmung des Daches und der Decke über dem Keller und so weiter und so fort. Aber uns würde das wirklich sehr viel Freude bereiten. Und die Zahlen würden es zulassen. 

































Freitag hatten wir einen weiteren Termin vor Ort, an dem mein Chef auch teilnahm und schön den Architekten hat raushängen lassen. Sein Urteil war auch gut und er gab uns so eine gewisse Sicherheit für die Entscheidung. Also sind wir seitdem am kalkulieren und klappern nächste Woche die Banken ab.

Das ist für mich alles so aufregend. Mein Kopf lässt kaum noch andere Gedanken zu. Wir reden über nichts anderes und ich träume auch nachts davon. 

Also liebe Leute es wäre sehr nett, wenn ihr mir den ein oder anderen Daumen drückt, dass wir unser Traumhaus bekommen könnten. Das wäre einfach unebschreiblich toll!