Samstag, 21. Juni 2014

Windelfrei, Teilzeitwindelfrei und Stoffwindeln

Vor einiger Zeit erwähnte ich hier auf dem Blog, dass unser mini-maedchen nach dem Windelfrei-Prinzip aufwächst. In den Kommentaren zeigten einige von euch Interesse daran, was das genau sei und wie das funktioniert.

Vorab möchte ich sagen, dass das hier Beschriebene unser Weg ist. Ein Weg, den wir für uns langsam nach und nach, wie so viele andere Dinge (Langzeitstillen, Familienbett, etc...), als das für uns richtige befunden haben. Ich möchte damit niemanden, der es anders handhabt, angreifen. Ich finde es furchtbar, was unter Müttern teilweise abgeht und distanziere mich ganz klar von solch einem Gerangel um die Anwartschaft zur Mutter des Milleniums. 

Um zum eigentlichen Thema zu kommen: Während der Schwangerschaft habe ich viel gelesen und über Geburtshaus, Hausgeburt und Ähnliches bin ich dann wohl in eine etwas alternativere Scene geraten. So hörte ich zum ersten Mal von Dingen wie windelfrei und Stoffwindeln und natürlich auch noch vielen anderen Themen.



Über einen Zufall erfuhr ich, dass die liebe Lilly eines der beiden bekanntesten Bücher zum Thema windelfrei mit dem Titel "Es geht auch ohne Windeln" besitzt und nicht benötigt. Sie war so lieb und vermachte es mir, lieben Dank nochmal :-*. Beim Lesen des Buches habe ich gemerkt, dass Vieles von dem dort Beschriebenen sehr einleuchtend und einfach ist.

Grob zusammenfassend kann man sagen, dass wir unseren Kindern mit den Windeln etwas antrainieren, nämlich einfach zu "machen", was wir ihnen später in mühsamen Töpfchentrainings wieder abgewöhnen. Zu Recht versteht so ein kleiner Fratz nicht, warum er oder sie denn plötzlich nicht mehr einfach laufen lassen darf. Bevor es allerdings so etwas wie Windeln gab und auch heute noch in vielen, vielen Ländern kann man sehr wohl beobachten, dass die Babies schon ab Geburt ein Gefühl für ihre Ausscheidungen haben. Vielerorts kann man Beispielsweise beobachten, wie die Mütter stundenlang mit ihren Babies in vollgepackten Bussen sitzen, an einer Haltestelle kurz aussteigen, das Kind am Straßenrand abhalten und wieder in den Bus steigen. Ein ganz natürlicher Prozess. 

Das Buch gibt einem quasi die Starthilfe in der heutigen unserer "zivilisierten" Welt einen Teil dieses Bewusstseins für das eigene Baby und das Vertrauen in sein Körpergefühl wieder zu erlangen. Dabei geht es aber auch darum, das ganze nicht zu verbissen zu sehen. Es ist eben kein Töpfchentraining und wird ganz im Tempo der Eltern und des Kindes praktiziert. 

Man versucht zu erkennen, wann das Baby mal muss und bietet ihm dann die Möglichkeit, sich über einer Schüssel, der Toilette, dem Waschbecken, einem Töpfchen, hinter einem Busch oder oder oder zu erleichtern. Viele Babies signalisieren ganz klar, dass sie mal müssen, oder spätestens, wenn die Windel voll ist. Sehr oft kann man beobachten, wie Mütter in einem Gespräch auf ihr Kind blicken und sagen "jetzt ist da was in der Windel gelandet". Die meisten Mütter und Väter haben dieses Gespür für ihre Kinder, wir haben lediglich verlernt darauf zu hören.



Bei uns war in den ersten Monaten dank meinen Beschwerden und dem kleinen dauerbrüllenden mini-maedchens leider keine Kraft vorhanden um das Thema ernsthaft anzugehen. Um ganz ehrlich zu sein, haben wir da jeden Tag aufs neue erstmal um einen geregelten Alltag gekämpft. 

Deswegen wurde unser mini-maedchen bis sie ca. 4 Monate alt war mit Wegwerfwindeln gewickelt. Dann kehrte langsam Ruhe bei uns ein und wir konnten das Thema windelfrei in Kombination mit Stoffwindeln endlich angehen.



Dazu ist zu sagen, dass wir sie nicht einfach komplett ohne Windel durch die Gegend krabbeln lassen, sie trägt so gut wie immer eine Stoffwindel. Aber es heißt, dass ich ihr bei jedem Wickeln und immer wenn ich das Gefühl habe, sie muss mal, anbiete auf ein Töpfchen, ins Klo, Waschbecken oder eine Schüssel zu machen. 

Zeitweise lief das richtig richtig gut, sie hat jeden Morgen nach dem Aufwachen ihr großes Geschäft ins Klo gemacht und ich erwischte auch tagsüber recht viele Pipis, so das wir manchmal stundenlang ein und die selbe trockene Stoffwindel anhatten. Als wir auch nachts auf Stoff umgestiegen sind, gewöhnte sie sich sogar an, erst morgens beim zur Toilette gehen ihr Pipi zu machen und wir hatten einige Zeit recht zuverlässig nur trockene Nachtwindeln. 


Momentan hingegen läuft es ziemlich schlecht. In "Fachkreisen" würde man sagen, die Kleine legt gerade einen klassischen Windelfrei-Streik hin. Bedeutet, sie signalisiert ganz klar, dass sie nicht muss, wenn ich sie abhalte (streckt sich durch und motzt) um dann 30 Sekunden später auf den Teppich zu pinkeln. Sie macht zwar morgens noch meist ein Pipi ins Klo, aber die Nachtwindel bekommt trotzdem im Laufe der Nacht auch eins ab. Sie verteilt ihr großes Geschäft auf mehrere kleinere Geschäfte und zeigt nicht mal ansatzweise an, dass da gleich was in die Windel geht.




Aber wie gesagt, ist diese Phänomen bei vielen anderen Windelfrei-Babies durchaus bekannt und bedeutet meist, dass das Kind gerade etwas anderes im Kopf hat, viel verarbeitet und lernt. Da sie auch in vielen anderen Dingen des Alltags gerade ziemlich anders ist, gehe ich davon aus, dass sie gerade in einem der zahlreichen Schübe steckt und ich bald ein paar nette Updates begrüßen darf.


Darauf freue ich mich schon sehr, und was das windelfrei angeht, so bin ich sicher, dass wir auch wieder dahin kommen, wo wir schonmal waren. Spätestens in 1-3 Jahren, wenn die meisten anderen Kinder das Thema windelfrei auch angehen ;).




Ich hoffe ich konnte das Thema einigermaßen anschaulich erklären, wenn jemand noch Fragen hat, gerne her damit.




Donnerstag, 19. Juni 2014

DIY - Rock Vicky selbstgenäht - RUMS

Vor einiger Zeit wollte ich einer lieben Freundin einen Rock nähen. Dazu habe ich bei Dawanda das Schnittmuster zum Rock Vicky erstanden.

Da ich aber nicht sicher war, ob ich das Schnittmuster auf Anhieb richtig umsetzen kann, habe ich für mich einen Proberock aus recht günstigem Material genäht.


Hier mein Ergebnis, die Länge des Schnittes habe ich etwas gekürzt.




Abgesehen davon, dass der Stoff wirklich nichts taugt und der Rock am Ende des Tages ungefähr in meinen Kniekehlen hängt, weil der Stoff einfach so arg ausleiert, gefällt mir der Schnitt sehr gut.




Und weil ich damit mal was für mich genäht habe, geht der Rock auch zu RUMS. Schon lange wollte ich da mal mitmachen.

Was sagt ihr zu dem Rock?