Freitag, 24. Juli 2015

Popo Paul(a) von Himmelblau. - Probenähen

Heute gibt es wieder Bilder eines Probenähens zu sehen. Ich sammele die ganzen Ergebnisse jetzt übrigens schön übersichtlich auf einer eigenen Seite, die ihr oben in der Linkleiste unter PROBENÄHEN findet.

Dieses Mal ging es um ein eBook für die Elfe und nicht für mich. Popo Paul(a) heißt das gute Stück von dem frischen Label Himmelblau. und ist ein kleines Höschen für unter lange Shirts, Tuniken und Kleider. Coolerweise haben sich auch einige Jungsmamas an den Schnitt getraut, der zunächst nur für Mädels gedacht war, und haben ganz klar gezeigt, dass auch der Popo Paul wirklich hübsch zu Shirt oder Body aussieht. Sogar Badepaulas wurden aus dem Schnitt genäht.

Er sie es verdeckt ganz prima jede Windel. Wir haben sie allerdings ohne Windel getestet, da ich unsere hübschen Stoffwindeln gar nicht verstecken mag. Außerdem war die Elfe zu dem Zeitpunkt so gut wie trocken. Bekam dann Magen Darm und seitdem tragen wir wieder Windel und sind vorerst alle glücklicher so. Aber sogar über die Stoffwindel passt unsere Paula, denn versuchen mussten wir das nun schon.

Der Schnitt ist anfängertauglich und recht schnell genäht. Er lässt sich mit Rüschen und anderen hübschen Ideen schnell aufhübschen, wobei wir bei den schlichten Standardvarianten geblieben sind (ihr kennt mich ja langsam, oder?).

Man kann aus Webware ebenso wie aus Jersey nähen, allerdings sollte man dringend beachten, dass man in Jersey eine Doppelgröße kleiner näht, oder wenn man schwere Stoffe benutzt, oder das Kind schon keine Windel mehr trägt. Je nach Kombination der Faktoren kann man sogar zwei Größen kleiner nähen, aber das ist alles ausführlichst erklärt.

Der Schnitt geht von Größe 50/56 - 98/104 und ihr bekommt ihn hier bei Himmelblau. auf Dawanda

So und nun zeige ich euch noch unsere drei Paulas. Alle drei in Größe 62/68 genäht. Die rote aus Jersey und die beiden anderen aus Webware.




Habt einen schönen Abend.

Sonntag, 12. Juli 2015

Sommerfest im Geburtshaus

Gestern war in unserem Geburtshaus Hebiana das alljährliche Sommerfest. 4 Jahre existiert es jetzt schon und es durften schon über 100 Kinder mit der Hilfe der wundervollen Hebammen den Weg in unsere Welt finden.

Es gab Kuchen und ganz viel zu Entdecken für die kleinen und großen Kids.

Für mich ist das Betreten dieses Grundstücks und des Gebäudes immer ein bisschen wie nach Hause kommen. Auch wenn die Elfe nicht dort sondern in unserem Schlafzimmer zur Welt kam, so bin ich doch so häufig dort gewesen. Zum Kennenlernen, zur Vorsorge, zur Akupunktur als mir so übel war und natürlich zum Geburtsvorbereitungskurs. Nach der Geburt mit einem wirklich sehr viel schreienden kleinen Baby und Stillproblemen habe ich mich nur dort im Stilltreff wohl genug gefühlt um unter Leute zu gehen. Das hat mir jedes Mal so viel Kraft gegeben.

So viele Erinnerungen an diese warmen und gemütlichen Räume. Dort hat die Elfe erstmalig ihre Füße in den Mund gesteckt und ist auf den kuschelweichen Bauch eines etwas jüngeren Babies gekrabbelt, das war die erste Interaktion mit einem anderen Kind. Die Mutter dieses Babies ist mittlerweile eine sehr gute Freundin und auch für diese Kontakte bin ich unendlich dankbar.

Die Hebammen im Geburtshaus haben wohl zur Zeit richtig gut zu tun. Das kann ich mir sehr gut vorstellen und damit es noch lange so bleibt und sie noch viele schöne Jahrestage feiern können, lege ich euch noch einmal ans Herz doch bitte die Petition des Elternprotests zu unterschreiben. Bis morgen Mittag noch werden Stimmen gesammelt. Also mobilisiert noch einmal alles was geht. Bittet auch eure Familienmitglieder und Freunde zu unterschreiben.

Petition "Geburt darf keine Privatleistung werden"


Es geht uns alle etwas an!

Donnerstag, 9. Juli 2015

Mein neues altes Ich

"Du hast dich durchs Mama sein auch arg verändert, nicht wahr?"

Diese Frage hat mir kürzlich eine liebe Freundin gestellt, die ich ehrlich gesagt nur übers Internet, aber dort dafür schon eine gewisse Zeit kenne. Sie hat das gar nicht böse oder wertend gemeint, sondern ehrlich und feststellend. Und sie hat recht. Mehr als sie ahnt und auch doch wieder nicht.

Ich bin ich, ich bin immer noch das Mädchen, dass ich als Teenie war und immer noch das Schmuddelkind, welches auf Krach statt Musik steht. Ich bin sentimental und emotional, ich bin laut und ich bin ganz leise.

Aber natürlich verändern die Zeit und vor allem die Lebensumstände mich. Ich bin mit 22 mit meinem Mann zusammen gekommen und dabei ein Stück weit angekommen. Ich musste nicht mehr rastlos nach dem Einen suchen, täglich bzw. jede Nacht unterwegs nur um nicht alleine zu sein. Ich habe in ihm und mit ihm Ruhe gefunden bin zur Ruhe gekommen, konnte aufatmen. Eine gemeinsame Zukunft träumen und in sie eintauchen.

Wir sind gemeinsam erwachsen geworden, haben ein Haus gekauft, geheiratet und dann ganz klassisch beschlossen, ein Kind zu bekommen. Ich wurde sofort schwanger und damit begann wohl die größte Veränderung in und an mir seit der Pubertät. Körperlich aber auch emotional. Ich habe angefangen nachzudenken. Über alles worüber ich vorher nie nachgedacht habe. Ich hinterfrage Dinge, die mein Leben lang selbstverständlich waren. Verstehe Vieles und vor allem mich selbst besser.

Und das zieht sich dann so durch alle Lebensbereiche. Ein Beispiel?

Ich beschloss schon in der Schwangerschaft, es mal mit Stoffwindeln zu versuchen und habe einfach ein Set gekauft. Beim Stöbern und Lesen bezüglich der Stoffwindeln kam ich dann irgendwie zum Thema "windelfrei". Als ich mich dann Monate nach der Geburt darauf einstellte eventuell bald meine Periode wieder zu bekommen, brachte mich eine liebe Freundin auf das Thema Menstruationstasse. Klar, wieso mein Kind in wunderbar weichen Stoff statt Wegwerfartikel hüllen und selbst weiterhin Müll produzieren und nichtmal wissen, was man sich da in den Körper befördert. Und so kommt es, dass ich zufriedene Rubycup - Besitzerin bin und sogar ein paar selbst genähte Stoffbinden habe.

Versteht ihr, was ich meine? Ich fange hier an über ein Thema nachzudenken und lande Monate später bei etwas völlig anderem, aber ausgelöst durch das erste Thema.

Aus den selben Gründen

- benutze ich kaum noch Hygieneartikel mit Schadstoffen
- lese ich die Inhaltsstoffe von eigentlich allem durch, was ich kaufe
- versuche ich keine "billige" Kleidung mehr für mich und die Elfe zu kaufen (entweder gebraucht oder selbst genäht)
- will ich in Zukunft hauptsächlich Bio-Stoffe vernähen
- sage ich nicht mehr "schwul" oder "behindert" oder ähnliches, wenn ich etwas doof finde (Ja, das habe ich gemacht, total daneben, ich weiß, aber ich habe da nie drüber nachgedacht und ja auch das finde ich arg schlimm!)
- wünsche ich mir, wir hätten unser Haus etwas ökologischer saniert
- ...
- ..
- .

Ihr seht wohin das führt und was ich meine? Und diese Liste ist lange nicht vollständig und nein, ich packe es auch nicht, dass alles ganz streng durchzuziehen. Und ja, es gibt noch massig Bereiche in unserem Leben (Ernährung zum Beispiel), die alles andere als ökologisch oder nachhaltig oder gesund sind.

Ich will mit diesem Artikel auch gar nicht darauf hinaus euch zu sagen, was richtig und was falsch ist, sondern eigentlich nur darauf, dass ich mich verändert habe. Das habe ich und ich bin froh darüber. Auch wenn mir diese vielen Gedanken oft über den Kopf wachsen und ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, meine kleine Welt besser zu machen. Ich möchte nicht mehr aufhören es zu versuchen. Für sie...


Weil sie es verdient hat!